Typische und seltene Pflanzen:

Man findet in der Umgebung Mettenheims ca. 30 Pflanzen, die in der "Roten Liste der Gefährdeten Arten" aufgeführt sind. Einige, wie z.B. der Elsässer Haarstrang (Peucedanum alsaticum), sind so heimisch, dass man sie nie als gefährdet, eher als "Unkraut" einschätzen würde.
Herauszustellen sind für das Gebiet 4 Pflanzen, die einen besonders schützenswerten Status haben. Sie kommen hier so häufig vor, dass sie bestands-und aspektbildend sind. Diese sollen im Folgenden etwas näher beschrieben werden.

Außer diesen "Rote-Liste-Arten" sind noch andere Pflanzen hinsichtlich ihres Vorkommens in Deutschland und in Mettenheim interessant. So unter anderem: die Färber-Hundskamille (Anthemis tinctotia) und die Edel-Schafgarbe (Achillea nobilis). Die Färber-Hundskamille ist eine schon lange verwendete mehrjährige Färberpflanze, in Deutschland kommt sie an den für sie typischen Standorten wie Trockenrasen und Felsbandgesellschaften relativ häufig vor. Die Edle Schafgarbe ist eine nur im mittleren Teil Deutschlands an den gleichen Standorten anzutreffende ebenfalls aus dem submediterranen und eurasisch-kontinentalen Lebensraum stammende Pflanze. Sie ist in der Gemarkung noch in größerer Menge zu finden und bestandsbildend.
Diese und viele hier nicht näher aufgeführte Pflanzen stammen entweder aus den eurasischen Steppengebieten und sind in der Nacheiszeit von dort bis zu uns vorgedrungen oder aus dem Mittelmeerraum und haben über Rhone-und Rheintal den Weg hierher gefunden, wo sie sich in der warmen, trockenen Region zusammen mit dem hier angebauten Wein sehr wohl fühlen. Überleben konnten sie aber nur auf den nicht bebauten und benutzten Wegrändern, Böschungen und Feldrainen.


Zwergkirsche (Prunus fruticosa)
Diese Strauchpflanze, eine Verwandte unserer Sauerkirschen, die aber nur maximal 1,50m hoch wird, ist eine typische warmkontinentale Steppenpflanze, die in der Bundesrepublik nur noch zwischen Grünstadt und Mainz entlang der Rheinterrassen vorkommt. Sie ist dort vereinzelt an Wegböschungen oder "Rechen" anzutreffen, wächst hier in Europa isoliert an der Westgrenze ihrer Verbreitung, und ist oft mit seltenen Trockenrasenpflanzen, wie dem großen Windröschen, der Küchenschelle, der Steppen-wolfsmilch, den Träubelhyazinthen und anderen wärmeliebenden Pflanzen des Weinbauklimas vergesellschaftet. In Mettenheim und Alsheim steht sie so häufig, dass sie eigene ausgeprägte Pflanzengesellschaften (Zwergkirschengebüsche) bildet. Man findet sie als ausgedehnte Gebüschsäume in fast allen Hohlwegen und einigen freien "Rechen". Früher benutzte man ihre kleinen sauren Kirschenfrüchte als Marmeladenzusatz und ihre Wurzelstöcke als Unterlagen für Zwergformen der Kulturkirschen. Der reiche Bestand an Prunus fruticosa ist eine botanische Besonderheit.

Zum Seitenanfang

Elsässer Haarstrang ( Peucedanum alsaticum)
Diese mehrjährige Staude ist ebenfalls ein besonders seltener Vertreter warmer Trockengebiete. Er fehlt hier an keinem "Rech", Hohlweg, brachliegendem Weinberg oder Wiese. Er bildet ähnlich wie die Zwergkirsche eigene Pflanzengesellschaften, oft zusammen mit dem deutschen Alant, so dass zu seiner Blütezeit die gesamten "Reche" und Hohlwegsböschungen gleichmäßig gelb erscheinen.

Zum Seitenanfang

Haarfedergras (Stipa capillata)
Diese 3. seltene Pflanzenart ist ein sehr schmuckvolles Gras der südosteuropäischen Steppengebiete, das an einer steilen Lösswand im oberen Teil der Sauhohl vorkommt. Es steht unter strengem Naturschutz und ist zusammen mit der dort ebenfalls vorkommenden Steppenwolfsmilch ein typischer Vertreter unserer rheinhessischen Steppenflora.

Zum Seitenanfang

Ästiger Schachtelhalm (Equisetum ramosissimum)

Schachtelhalm - allgemein

Zum Seitenanfang

Robinien Wäldchen (Robinia pseudoacacia)

Zum Seitenanfang